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Priesterhilfe als Lebensader für die Kirche in Helsinki

Teures Land, arme Kirche: In Finnland ist der finanzielle Kontrast besonders stark. Dafür gibt es eine besondere Hilfe.

Generalvikar Jean-Claude Kabeza (Foto: Pia Wittek)

Generalvikar Jean-Claude Kabeza (Foto: Pia Wittek)

In einem der teuersten Länder Europas verdienen katholische Priester nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Lohns: Mit 1.200 bis 1.600 Euro pro Monat müssen sie auskommen. „Das ist ein starker Kontrast“, sagt Jean-Claude Kabeza, der Generalvikar des Bistums Helsinki. Anders als die lutherische und orthodoxe Kirche erhält die katholische Kirche in Finnland keine staatliche Unterstützung und ist damit eine der materiell ärmsten in Europa. Zugleich belasten seit einer Gesetzesänderung 2017 massiv gestiegene Sozialabgaben auf Priestergehälter den Etat. 

Deshalb erhält die Kirche in Finnland seit 2018 eine zusätzliche Gehaltshilfe durch das Diaspora-Kommissariat. „Diese Unterstützung ist kein bloßer Zusatz – sie ist eine Lebensader“, sagt Generalvikar Kabeza. „Priesterliche Bescheidenheit ist ein Geschenk, und unsere Priester nehmen sie bereitwillig an“, erklärt er. Doch es gebe Grenzen: „Wenn ein Priester es sich nicht leisten kann, einen Facharzt aufzusuchen, dann ist das keine Armut nach dem Evangelium.“ Durch die Unterstützung des Diaspora-Kommissariates erhalten Priester einen Zuschuss von 700 Euro monatlich. 

Die Not macht erfinderisch. Ein Priester in Nordfinnland hat zum Beispiel eine Carsharing-Vereinbarung mit Gemeindemitgliedern organisiert, um seine Seelsorgegänge zu bewältigen. „Diese Männer erinnern uns jeden Tag daran, dass der Heilige Geist gerade durch die Begrenzung wirkt“, sagt der Generalvikar.